Wofür lebst du?
P. Alphonse Fahin
Ich lebe dafür, ein Werkzeug Gottes zu sein. Wie? Ich lasse mich einfach von ihm führen. P. Alphonse Fahin Steyler...
Wofür lebst du?
P. Alphonse Fahin

Ich lebe dafür, ein Werkzeug Gottes zu sein. Wie? Ich lasse mich einfach von ihm führen. P. Alphonse Fahin Steyler Missionar, Wien

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Mag. Elisabeth Mayr

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Von Widerstand & Ergebung
Leitartikel
Von Chefredakteur Henning Klingen
Von Widerstand & Ergebung
Leitartikel

Von Chefredakteur Henning Klingen

 

 

Vor fast fünf Jahren habe ich in einem Editorial schon einmal von meinem Großvater berichtet. Damals war er Anfang 90. Sein Leben war rhythmisiert von der Arbeit im Garten, vom Wechsel der Jahreszeiten, den Urlauben mit uns Enkeln, den Skat-Runden und häufiger werdenden Arztbesuchen. Vor zwei Jahren ist mein Großvater gestorben – mit 97 Jahren. Anm.: Dann kann etwas nicht stimmen ...

 

Warum erzähle ich Ihnen das zu Beginn einer Ausgabe zum Thema Zeit? Weil meine Großeltern ein biblisches Alter erreicht haben, meine Großmutter noch immer lebt, gewiss. Aber auch, weil die Besuche bei Ihnen, das Betreten Ihres Universums einem Akt des Aufstands gegen die verrinnende Zeit glichen: Denn meine Großeltern schienen nicht zu altern. Die Zeit verstrich zäh, gebannt in täglicher Routine und Tagebucheinträgen. Und selbst im Sterben rang mein Großvater dem Leben noch Tage, Stunden ab. Der Tod, so schien es, war für ihn nie eine Option. Er wählte stets das Leben – und die Zeit meinte es tatsächlich gut mit ihm, sie hat sich an ihn verschenkt.  

Die Zeit verstrich zäh, gebannt in täglicher Routine und Tagebucheinträgen.

 

Mich beeindruckt dieser Aufstand gegen die Zeit nach wie vor sehr. Denn es steckt nicht nur viel geerdete Lebenskraft darin, sondern auch ein ganz und gar unsentimentales Gottvertrauen: Gott wird das Seine dazu tun, es zum Guten wenden, wenn wir nur unseren Teil in der uns geschenkten Zeit vollbringen. Im Kleinen – der Familie, dem Garten, der Ehe – ebenso wie im Großen. Widerstand und Ergebung – auch hier gehen sie Hand in Hand.

 

Und noch etwas lehrten mich die Besuche bei meinen Großeltern: die Zeit als Geschenk zu begreifen, das man nicht ungenutzt verstreichen lassen darf, sondern welches man dankbar annimmt. Entsprechend blieb mir oft mein Klagen über einen vollen Terminkalender, über den gefühlten Zeitmangel im Hals stecken, sobald ich die Türschwelle zu meinen Großeltern überschritt. Beschämt darüber, dass ich offensichtlich noch nicht begriffen hatte, wie man sich der Zeit angemessen und stets mit einer Prise Humor widersetzt, wie man ihr Sinn und durch alle Irrungen und Wirrungen hindurch Leben abtrotzt.

Und so möchte ich – ganz Niederrheiner wie meine Großeltern – Ihnen mit ein paar Zeilen des niederrheinischen Dichters und Kabarettisten Hanns Dieter Hüsch einen zeitsatten Advent und ein frohes Weihnachtsfest im Horizont der uns geschenkten Zeit wünschen:

 

Ich bin vergnügt erlöst befreit.

Gott nahm in seine Hände meine Zeit,

mein Fühlen, Denken, Hören, Sagen,

mein Triumphieren und Verzagen,

das Elend und die Zärtlichkeit.


Henning Klingen

 

Was ist schon endgültig?
Aus dem Seitenschiff
Kolumne von Prof. Ingeborg Schödl
Was ist schon endgültig?
Aus dem Seitenschiff

Kolumne von Prof. Ingeborg Schödl

Was ist schon endgültig?

 

Wieder einmal sinniere ich in meinem „Seitenschiff“ so vor mich hin: Was ist eigentlich im menschlichen Dasein endgültig? Eigentlich nur der Tod, mit dem jedes Leben auf Erden einmal endet. Daran können auch keine wissenschaftlichen Erkenntnisse, Entdeckungen etc. etwas ändern. Sonst sind dem menschlichen Forschungsdrang keine Grenzen gesetzt. Ohne diesen würde sich unser Leben noch in der Steinzeit abspielen.

Wir sind dankbar für die Entwicklungen im Bereich der Naturwissenschaften, der Medizin, der Technik. Nur die Kirche tut sich – meist aus Machtgründen – bei neuen Sichtweisen immer schwer. Strafmaßnahmen sollen diese ver- oder behindern. Beispiele dafür gibt es genug – vom Mittelalter bis heute. Nur die Methoden änderten sich. Galileo Galilei drohte man noch mit der Inquisition und Hans Küng entzog man die kirchliche Lehrbefugnis.

Seit dem Zweiten Vatikanischen Konzil hat sich aber auch die Kirche für neue Sichtweisen geöffnet. Sie hat begonnen, sich mit den geänderten Lebensumständen der Menschen und deren gesellschaftlichem Umfeld auseinanderzusetzen. Neu zu überdenken erscheinen etwa das Amtsverständnis und die Stellung der Frau in der Kirche. Vieles ist noch immer ungelöst bzw. es zeichnen sich sogar wieder Rückschritte ab. Durch Nachdenk- und Redeverbot wird man aber die notwendigen Änderungen nicht verhindern können. Es ist nur zu hoffen, dass deren Akzeptanz durch die Kirche nicht so lange dauert wie die Rehabilitation von Galileo Galilei. Sie erfolgte 1992 nach fast 400 Jahren.

 

 

Prof. Ingeborg Schödl

 

Wir haben zu danken!

Was wir einander verdanken

Das Wörtchen Danke ist ein kulturübergreifendes Zauberwort, das die Tür zum Mitmenschen öffnet und so auch zum eigenen Wohlbefinden beiträgt – Gastkommentar von Thomas Schäfer-Elmayer

 

Danke – Dieses wunderbare Zauberwort hat seine zeitlose Bedeutung und Wirkung für Menschen in allen Kulturkreisen und Gegenden nie verloren. Dankbarkeit empfinden wir schon für das Glück, dieses Leben geschenkt bekommen zu haben, und für das Glück, das wir tagaus tagein haben, wenn wir selbst und auch alle anderen, die uns nahestehen, vor Schicksalsschlägen bewahrt werden, Erfolge erzielen, glücklich sind, Hindernisse überwinden, das Leben meistern usw. „Danke, lieber Gott!“, sagen Gläubige auf der ganzen Welt in solchen Fällen. Andere danken dem Schicksal. Die Menschen sind sich sehr bewusst, dass sie ihr Wohl und Wehe höheren Mächten verdanken.

 

Aber auch im ganz alltäglichen Leben signalisiert das Wort danke Anerkennung, Respekt, eventuell sogar eine gewisse Zuneigung. Wer kleine Kinder erzogen hat, weiß allerdings, dass es keine Selbstverständlichkeit ist, dass sich Menschen bedanken oder um etwas bitten, indem sie danke oder bitte sagen. Tagtäglich müssen Eltern und andere Erziehungsberechtigte diese beiden Worte unzählige Male einfordern. Von selbst kommen Kinder nicht auf die Idee, dass diese Worte so wichtig für unser freundschaftliches, friktionsarmes Zusammenleben sind. Sie schaffen Entspannung und werden außerdem erwartet. Fehlen sie, kann dies zu Enttäuschung, Demotivation, Verärgerung ja sogar zu nachhaltiger Verstimmung führen.

 

Danke und bitte sind zwei der vielen Elemente, die im Umgang mit unseren Mitmenschen positive Botschaften senden und damit wesentlich zu unserer Lebensqualität beitragen. Sie werden zu den internationalen Umgangsformen gezählt, weil sie überall auf der Welt üblich sind und erwartet werden. Internationale Umgangsformen haben sich genauso als Kommunikationsformen entwickelt wie die internationale Sprache, als die man heute wohl das Englische bezeichnen kann.

 

Für uns Europäer ist es einerseits ein großer Vorteil, dass diese internationale Etikette überwiegend auf unseren Sitten und Gebräuchen beruht. Zum Bumerang kann dies allerdings werden, wenn wir unsere eigenen Benimmregeln nicht beherrschen, weil dies von Menschen aus anderen Kulturkreisen natürlich zu Recht von uns erwartet wird. Aber selbst, wenn unsereins einmal in so ein Fettnäpfchen tappt oder sich gar so blamiert, dass er „sein Gesicht verliert“, ist es vielleicht noch möglich, einige Pluspunkte zu sammeln, wenn man wenigstens nie vergisst, sich zu bedanken.

 

 

 

Thomas Schäfer-Elmayer

 

 

 

 

 

 

Erschienen in: "miteinander" | Jahrgang 2018 | Ausgabe Jänner/Februar 2018

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