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Vom Paradiesapfel bis zur Arche

Serie: Trotzdem, aber, dennoch glauben

Der „Paradeiserkaiser“ Erich Stekovics gibt den Glauben nicht mehr im Religionsunterricht weiter, sondern „predigt“ heute zwischen Chili, Knoblauch und eben Paradeisern. 

Aufgezeichnet von Daniel SEPER

miteinander 11-12/2024

miteinander-Magazin

Meinen Glauben lebe ich vor allem im Umgang mit den Menschen. Mir geht es darum, wie mich unsere 75 Mitarbeiter erleben. In unserem Betrieb möchte ich mit christlichen Werten vorangehen: treu sein, loyal sein und auf andere Menschen zugehen. Aber auch im Umgang mit der Natur: So wie Noah in die Arche von jedem Lebewesen ein Pärchen aufgenommen hat, bemühen auch wir uns um eine möglichst vollständige Sammlung von alten Kulturpflanzen, um sie nachfolgenden Generationen weiterzugeben. So hat einmal jemand über mich gesagt, dass ich die Kirche nicht verlassen habe, sondern nur einen anderen Ort gefunden habe, um zu predigen.


Für Menschen da
Zum Glauben bin ich ganz traditionell durch meine Familie und hier vor allem durch meine Mutter gekommen. Glaube hat mich immer interessiert. Ich bin in eine katholische Privatschule gegangen. Mit dem Seelsorger dort habe ich viele tiefgehende Gespräche geführt. Das war dann auch ausschlaggebend, dass ich selbst Theologie studiert und später einige Jahre als Religionslehrer gearbeitet habe. Ich habe Kirche damals auch von einer neuen, ganz offenen Seite kennengelernt, mich besonders für die Befreiungstheologie und deren Vertreter wie Leonardo Boff interessiert. Gleichzeitig war es auch eine sehr turbulente Zeit: Mein Studium habe ich unter Kardinal König begonnen. Mit der Kirche, wie sie dann von seinem Nachfolger gelebtund gepredigt wurde, konnte ich mich nicht mehr identifizieren. So übernahm ich schließlich den Betrieb meines Vaters.

 

Heute leite ich einmal im Monat in einem Pflegeheim Wort-Gottes-Feiern und lebe mein Christsein einfach im Alltag. Auch Menschen, die mit Kirche wenig am Hut haben, kommen mit ihr immer wieder in Berührung: sei es bei einer Taufe, Erstkommunion, Hochzeit oder einem Begräbnis. Bei diesen Wendepunkten muss Kirche den Kairos nützen, die Gelegenheit beim Schopf packen und für die Menschen da sein. Dann werden sich Menschen nach wie vor mit ihr verbunden fühlen.


miteinander-Magazin 11-12/24

Erich Stekovics

ist Theologe, österreichischer Bio-Bauer und Protagonist des 2004 veröffentlichten Dokumentarfilms „Der Kaiser der Paradeiser“.

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